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11.12.1971Medium
Der TagesspiegelAusgabe
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faVor Besetzung ein Angebot vom Bezirk
Stadtrat Beck: Schwesternhaus war ohnehin für Jugendgruppen bestimmt
Die gewaltsame Besetzung des ehemaligen Schwesternhauses "Martha-Maria" im ehemaligen Bethanienkrankenhaus am Mittwochabend sei, wie der Kreuzberger Stadtrat für Jugend und Sport, Erwin Beck gestern erklärte, ebenso unnötig wie unerklärlich. Das Haus sei den Jugendgruppen, aus denen die Wortführer der Besetzer stammen, bereits im November für Jugendarbeit angeboten worden. Das letzte Angebot sei am 28. November in Anwesenheit von Senatsrat Tuchel von der Senatsverwaltung für Familie, Jugend und Sport unterbreitet worden. Die Jugendgruppen hätten jedoch nicht darauf reagiert. Daß nach der Besetzung des Hauses die Bezirksverwaltung die Anwesenheit der Jugendlichen dulde, beruhe auf der bereits vorhanden gewesenen Absicht der Behörde, an dieser Stelle freie Jugendgruppen anzusiedeln.
Gestern fanden erneut Verhandlungen zwischen Delegierten der Jugendgruppen und Stadtrat Beck statt, um die Voraussetzungen für ernsthafte Tätigkeiten in dem Haus zu schaffen. Die Sprecher der Jugendgruppen stammen überwiegend, wie Beck erklärte, aus dem am Mariannenplatz ansässigen Verein "Jugendzentrum e.V." und der Basisgruppe "Heim und Lehrlingsarbeit", die in der Wiener Straße 10 bereits ein Domizil hat.
Die Entscheidungen des Bezirksamts über die Nutzung des Martha-Maria-Hauses und der Förderung der angekündigten Jugendgruppenarbeit wird weitgehend von dem ausführlichen Konzept abhängen, das die Sprecher am Montag der Behörde überreichen wollen, und auch davon, ob es den Jugendlichen gelingt, intern das erforderliche Maß an Ordnung sicherzustellen. Auf keinen Fall werde die Behörde die Bildung einer "Anarchistenhöhle" zulassen. Auf Räume des 96-Zimmer-Hauses reflektierten schließlich noch andere Interessenten, darunter ernstzunehmende freie Träger von Kindergruppen und eine größere Studentengruppe, die ebenfalls praktische Jugendarbeit leisten wolle.





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