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Datum

24.02.2002

Medium

Gespräch im Club Voltaire

Ausgabe

Seite

AutorIn

F.K. Götzner, W. Seidel, M. Dajka, E.Wohlgemut, M.Büsser

"Der Traum ist aus - Die Erben der Scherben"

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Anmerkungen

Der Text ist eine Mitschrift eines Gespräches zwischen Funky K. Götzner, Wolfgang Seidel (Ton Steine Scherben), Max Dajka und Eno Wohlgemut (MedienWirksam). Moderiert hat Martin Büsser am 24.2.2002 im Club Voltaire. Das Gespräch fand im Rahmen des "Festival Musik und Politik 2002" nach einer Vorführung des Filmes "Der Traum ist aus" statt und wurde abgedruckt in "Vorträge und Protokolle" (Herausgeber: Lied und soziale Bewegung e.V.)
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Ich hatte Wolfgang Seidel eine Mail bezüglich dieses Textes geschrieben, in der ich kritisierte, dass die Gleichung "Je 'schwärzer' die Musik desto emanzipierter" verkürzt sei. Seine Antwort will ich mit Genehmung hier zusätzlich als erweiterte Ausführungen einstellen:

"Hallo Robert!

So wie das jetzt da steht mit dem 'Schwärze-Anteil' der Musik ist das tatsächlich etwas verkürzt. Das liegt daran, dass an dieser Stelle die Diskussion nicht weiterging. Eigentlich hatte ich gehofft, dass die beiden Kollegen von x{201A}Medienwirksam' das zum Anlass nehmen zu erzählen, warum sie sich für HipHop als Medium für ihre Botschaft entschieden haben. Scherben-Fans stehen doch sonst eher mit beiden Beinen fest in der Volksmusik. Die ganz fortschrittlichen immerhin mit Stromgitarre zum Schlagerrock modernisiert. Wäre doch interessant gewesen, warum die beiden dem HipHop die größere subversive Kraft zutrauen. Leider nahmen die den Ball nicht an. Auch nicht, als ich auf die Behauptung, sie könnten zu jedem Rhythmus rappen, nachfragte ob wirklich zu jedem (auch Marschmusik?).

Und an anderer Stelle rede ich in der Diskussion am Beispiel von Amon Düül von einem anderen wichtigen Kriterium für die subversive Wirkung von Musik. Bei denen war es ihre Lebensweise, das Zusammenwohnen in einer Kommune, die für das Publikum das Versprechen auf eine andere, mögliche Welt transportierte. Und die Band versuchte das auch musikalisch umzusetzen, indem ihre Konzerte Kollektivimprovisationen aller Mitglieder der Kommune waren - auch der Nichtmusiker. Das war zumindest der Anspruch am Beginn, funktionierte aber nur begrenzte Zeit. Irgendwann spalteten sich die Musikspezialisten ab und waren dann irgendwann nur noch eine ganz normale Rockband. Der Weg in das, was sie für die bessere Musik hielten, führte sie allerdings ziemlich schnell in die Beliebigkeit.

Die Haltung oder Lebenspraxis einer Band oder Musikers ist in der Wahrnehmung des Publikums sehr wichtig oder gar entscheidend für die politische Wirkung. Und auch wenn es erstmal etwas außermusikalisches zu sein scheint, sieht man am Beispiel Amon Düül, dass so etwas nicht ohne Folgen für die Musik ist. Das kann man auch an anderen deutschen Bands Anfang der 70er sehen. Die machten zwar keine politischen Texte, wurden aber von ihrem Publikum auf Grund ihrer Lebens- und Musizierweise als durchaus politisch wahrgenommen. Das sahen andere auch so. Die Scherben waren nicht die einzige Band, wo RAF-Mitglieder an die Tür klopften.

Das, was ich als Haltung der Musiker bezeichne, muss eine Utopie enthalten und die muss konkret und potentiell realisierbar sein. Das Kommuneleben der Düüls, die kollektive Produktionsform bei Can oder die Beteiligung an Hausbesetzungen für Jugendzentren bei den Scherben waren konkret. Das waren Dinge, die für viele einen Weg aus der Enge der streng reglementierten Nachkriegsgesellschaft wiesen und den tatsächlich viele gingen. Das war auch der Unterschied zum Schlager, der nur eskapististische Lösungen vorgaukelt, Fernweh und endlich den oder die Richtige finden.

Anfang der 60er war das für die erste Welle der Beatbands noch einfach ein Weg aus der Tristesse und der ökonomischen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit. Aber der Versuch, nicht nur materiell am ökonomischen Aufschwung teilzuhaben, sondern auch Individualität und Spaß zu haben, legte diese Leute quer zu den gesellschaftlichen Normen. Hätten die nur ebenfalls Kühlschrank und Auto gefordert, hätte die Sache einen anderen Verlauf genommen. Den Spaß wollte man ihnen nicht gönnen und rief nach der Polizei. Die ersten Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht gab es in Deutschland (Schwabinger Krawalle 1962), weil die Polizei mit Wasserwerfern gegen Gitarrespielen in der Fußgängerzone anrückte. Diese Repression löste eine Diskussion über das Wesen der Gesellschaft aus, deren Fragen immer tiefer gruben auch nach Erklärungen gerade der deutschen Vergangenheit, die ja damals nicht so weit weg war und die Täter noch in Amt und Würden.

Das wäre dann die nächste Eigenschaft, die eine subversive Musik offenbar haben muss. Sie muss polarisieren. Der Versuch anders zu leben wurde in den 60ern beantwortet mit Sätzen wie "euch müsste man ins Arbeitslager stecken". Und diese Sprüche kamen von denen, die diese Drohung zwanzig Jahre vorher wahr gemacht hatten. Die Vermarktung der 60er vor allem durch die Musikindustrie als Golden Oldies, lässt diese harten Konflikte leicht vergessen und gaukelt uns eine Musik vor, die, außer ein paar schrulligen Alten, jeder liebte (die Rio-Vermarktung geht den gleichen Weg), in Wirklichkeit wurde ein harter Kampf um die kulturelle Hegemonie geführt.

Um zu polarisieren, zur Stellungnahme aufzufordern, müssen die Musiker nicht nur anders leben, die Musik muss auch anders klingen. Das Blues und Rock'n'Roll das Vehikel dieser Bewegung auch in Deutschland wurden, ist kein Zufall. Für den offenen oder verdeckten Rassismus der Mehrheit war das Negermusik, die an der Überlegenheit der weißen Rasse rüttelte. Und zwar kräftig. Denn mit jedem mal, wo diese Musik erklang, verloren diese gescheiterten Herrenmenschen noch einmal ihren Krieg. Und die offene Sexualität dieser Musik machte den Schmerz noch größer. Verklemmte sexuelle Phantasien sind ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Herrenmenschenideologie. Und die Verknüpfung von Krieg und Männlichkeit gehört dazu. Rock'n'Roll bedeutete für die Millionen Deutschen, die zwei Jahrzehnte zuvor noch vom Endsieg und, als Lohn der Mühe, vom Gutshof in der Ukraine mit zwanzig Arbeitssklaven und natürlich auch ein paar Sklavinnen, geträumt hatten, die endgültige Niederlage auf kulturellen und sexuellem Gebiet. Kein Wunder, dass ihnen der Schaum vorm Mund stand.

Erstaunlicherweise auch in der angeblich antifaschistischen DDR, deren offizielle Kulturpolitik ebenfalls rigide gegen diese Bewegung vorging. Mit denselben Sprüchen, die man in Westdeutschland hörte. Und Sätzen über die zu verteidigende nationale Identität (gegen die US-Besatzer), die man heute (nur?) von rechts hört. Diese nationale Identität hatte, so sollte man da wohl glauben, mit dem, was vorher war, nichts zu tun. Offenbar hat zwischen 33 und 45 irgendein anderes, geheimnisvolles Volk Deutschland bewohnt. Dass die DDR-Kulturpolitik ihren Widerstand und ihr Misstrauen gegenüber der Rockmusik aufrecht erhielt, erklärt vielleicht, warum diese in der DDR ihre subversive Kraft länger behielt, während sie im Westen längst zum Riesengeschäft (und nur noch das) geworden war.

Und diese Musik hatte noch einen Vorteil. Sie war leicht zu machen. Zu den Hassobjekten der Konservativen gehören außer schwarzer Musik auch der Jazz und Leute wie Schönberg und die ganze musikalische Avantgarde des 20. Jahrhundert. Und Schönberg kam nicht aus New Orleans sondern aus Wien. Und eigentlich wollte er nur die alte Ordnung in der Musik abschaffen (viel radikaler als alle Gitarrenschrummler). Seine Gegner sahen die politische Ordnung gleich mit in Gefahr. Aber das ist keine Musik, die man ohne Ausbildung selber machen kann. Und für die Entstehung einer Bewegung ist der do-it-yourself-Faktor ganz entscheidend, der eine ganze Welle von Kreativität auch in anderen kulturellen Bereichen freisetzt. Das war in den 60ern so. Das war auch der Motor von Punk am Ende der 70er. Es stimmt allerdings nicht, dass die musikalische Avantgarde der E-Musik keinen Einfluss auf die Pop-Musik gehabt hätte. Schon Ende der 60er traten Bands wie Can auf den Plan, deren musikalisches Vokabular viel aus diesem Bereich übernahm. Ende der 70er gab es gleich eine ganze Welle Bands, die bewiesen, dass die neuen Entwicklungen in der E-Musik sich aus dem akademischen Elfenbeinturm befreien lassen und deren Musik deshalb von Konservativen und konservativ gewordenen Rockmusikern als Krach denunziert wurde.

Bis hierhin sind es zum großen Teil außermusikalische Begründungen für die Wirkung, die Rockmusik einmal hatte. Es gibt auch musikalische. Diese Musik war nicht nur fremd. Sie klang auch so. Das erzeugt Aufmerksamkeit und verlangte Auseinandersetzung. Diese Wirkung hatte sie natürlich besonders in den 60ern, als es noch eine weitgehend homogene Kultur gab, die musikalisch von Klassik und in der Unterhaltungsmusik vom Schlager und der sogenannten Volksmusik (das fast nie eine ist) dominiert wurde. Da waren die Klänge des Blues unerhört. So etwas schafft Aufmerksamkeit Und nur so entstehen Nachdenken und Diskussionen. Eine Musik, die vertraut ist, führt dazu, dass die Aufmerksamkeit nachlässt, der Hörer sich wohlig zurückgelehnt und im Altbekannten einrichtet (es gibt auch die kämpferische Variante desselben Mechanismus). Und gegen diese so erzeugte Gewissheit, dass alles ist, wie es immer wahr, kann man nur schwer neue Inhalte durchsetzen. Auch ein Text wird, wenn die Musik dem Hörer signalisiert hat 'hier bist du zu hause', entlang der gewohnten Denkmuster interpretiert.

Dass es heute Rockmusik gibt, die in Text und Gestus den konservativen Mainstream, hat sicher als eine Ursache das Abkoppeln von den schwarzen Wurzeln des Rock'n'Roll und, bei der deutschen Rockmusik, eine Annäherung an die tradierten musikalischen Muster des Schlagers und der sogenannten Volksmusik. Umgekehrt hat der Schlager Elemente der Rockmusik aufgesogen die auch durch die 40zig-jährige Gewöhnung des Ohres längst nicht mehr so unerhört und fremd ist. Hier ist einer der Gründe, warum Rio, der als Tiger gestartet war, als Bettvorleger für freundlich Talkshows landete. Zum einen war Fresenhagen keine Landkommune mehr. Eher ein gemütlicher Landsitz. Zum anderen hatte auch ein musikalisches Aufeinanderzugehen stattgefunden, das dazu führte, dass kein Fan mehr fürchten musste, mit dem Abspielen einer Rio-Reiser-Platte seine Eltern zu ärgern oder den Lehrer auf den Plan zu rufen. Und das Vertrautwerden der Musik ist sicher auch eine Erklärung, warum es mittlerweile auch rechte Fans gibt. Die zeigen ganz gut, wie das funktioniert. Die Musik ist ihnen so vertraut, dass gar keine Reibung entsteht, die diese Hörer darüber nachdenken lässt, wie die Texte gemeint sind. Selbst die Zeilen, die ganz eindeutig und unmissverständlich sind, werden begraben unter dem wohligen Gefühls des 'in der Musik zu hause Fühlens'. Die kommt denen 'vom Herzen'. Der Kopf ist nicht beteiligt, weshalb diese Hörer keinen Zweifel haben, dass mit der Zeile 'der Kampf geht weiter' ihr Kampf gemeint ist.

Ein weiteren Punkt, an dem sich Dissidenz festmacht, ist die Konstruktion der Geschlechterrollen. Was hatten die konservativen Kritiker am Rock'n'Roll und am Jazz auszusetzen? Die ungezügelte Sexualität. Für einen Herrschaftsanspruch, der bis unter die Bettdecke der Beherrschten reicht, ist das ein Affront. Der Verlust der Kontrolle ist es, der da befürchtet wird. Das ist für die 'gegen die Natur', die damit gleich mit dem absoluten Herrschaftsanspruch unterworfen wird. Deshalb auch wurden die Psychedelic Bands und ihre Fans verfolgt. Da war es der Verlust der Kontrolle durch Drogen (meist in Tateinheit mit x{201A}freier Liebe'), was die Konservativen fürchteten.

Ist nun schwarze Musik per se links? Es ist wohl mehr eine Frage der Rezeption. Das siehst man am Beispiel der Reggae-Bands, von denen du geschrieben hast. Die wollte man hier immer so sehen aus einer Mischung heraus von Solidarität für die Dritte Welt und der Mär vom Edlen Wilden. Dabei wurde aus Babylon flugs der US-Imperialismus. Dass die damit auch uns meinen könnten, kam niemanden in den Sinn. Und ob der gesellschaftliche Gegenentwurf, der mit Jah's Hilfe erkämpft werden soll, eine Welt ist, die etwas mit linken Vorstellungen von Emanzipation zu tun hat, wäre auch noch zu diskutieren.

Wenn Musik, die Geschlechterrollen in Frage stellt, ein subversives Potential hat, müsste man auch die Frage stellen, ob z.B. schwule Musik per se rebellisch ist. Da wäre dann aber erst mal meine Gegenfrage, was das denn sein soll. Auch wenn Justus Köhnke in einem Interview von der "Sehnsucht in der Bassdrum" spricht, wüsste ich keine musikalische Form, an der man die sexuelle Ausrichtung des Musikers erkennen könnte. Auch hier ist es die Haltung. Und die ist dann subversiv, wenn sie sich an den herrschenden Normen reibt und diese, egal ob bewusst oder unbewusst, in Frage stellt und ein Leben vorlebt, das für den Hörer Vorgabe sein kann für konkrete Veränderungen der eigenen Lebenspraxis. In den dreißig Jahren seit Gründung der Scherben hat sich, was Sexualmoral und persönliche Entfaltungsfreiheit betrifft, einiges geändert. Da braucht man nur an unseren aktuellen Berliner Bürgermeister denken. Aber in Passau wäre der nichts geworden. Da gibt es immer noch ziemliche regionale Unterschiede in Deutschland (denke mal an das nicht enden wollende Hickhack um das Recht auf Abtreibung). Und wenn man über die Grenzen schaut, sieht es auch in vielen Gegenden der Welt düster aus. Das Thema ist längst nicht vom Tisch und damit auch immer noch ein Feld für dissidente Musik.

Gibt es wirklich keine musikalische Form in der sich so etwas ausdrückt? Was haben die Konservativen an 12-Ton-Musik und Free-Jazz auszusetzen? Das Ende aller Ordnung und das Ende der hierarchischen Verhältnisse - erst zwischen den Tönen, dann zwischen den Menschen. Im improvisierten Free-Jazz tritt noch der freie, gleichberechtigte Austausch der Musiker hinzu. Und wo die Töne durcheinander geraten, geraten auch die Menschen und ihre gesellschaftlichen Rollen (Geschlecht inklusive) durcheinander. So gesehen müssten Scherben-Fans diese Musik eigentlich besonders gerne hören. Vor allem dann, wenn sie sich mischt mit einer anderen künstlerischen Forderung der 60er: "jeder ist ein Künstler". Und damit die Trennung aufhebt zwischen Konsumenten und spezialisierten oder gar 'genialen' Produzenten. Tun sie aber nicht. Das ist den Scherben-Fans doch zu viel Fortschritt auf einmal. Anstrengend ist es außerdem. Und schließlich sind auch sie Kinder eines Volkes, das vor allem für eine Eigenschaft berühmt oder berüchtigt ist: seine Ordnungsliebe. Deshalb wollte ich nie ein ordentlicher Musiker werden.

Ich habe hier zwar einige Punkte aufgezählt, an denen sich musikalische Dissidenz messen lässt und die in der Podiumsdiskussion zu kurz kamen. Aber darauf gibt es offenbar immer nur Antworten innerhalb des jeweiligen historischen Kontextes. Rock in den 60ern ja. Rockmusik heute??? Scherben 1972 hatten einige Sprengkraft. Aber Scherben heute? Ist da noch was?

Gruß Wolfgang

Nachtrag
Gibt es keine Musik mehr, die eine konkrete, von den Musikern vorgelebte Utopie anbietet? Doch. Aber leider eine, von der man Ende der 60er, als die Ehe zwischen Rock und (linker) Rebellion ewig zu halten schien, nicht einmal ge(alb)träumt hat. Nicht nur, dass Rockmusik zahnlos in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, sie hat sich in Teilen schon weit an den rechten Rand bewegt. Und dass sie da so erfolgreich ist, liegt daran, dass sie genau diese konkrete Utopie bietet. Eine schreckliche. Aber ein "Deutschland den Deutschen" ist alltägliche Lebenspraxis. Mit dem Herbeiprügeln "national befreiter Zonen" kann man gleich heute beginnen. Und man tut es.

Was tun derweil die angeblichen Nachlassverwalter Rios und der Scherben? Sie nehmen artig Preise entgegen von denen, gegen die sie einmal angesungen hatten. Da wird nicht mehr das Tischtuch mit dem Beil zertrennt. Und da wird auch mit keiner Wimper gezuckt, wenn in der Laudatio Rio zum wahren Sänger eben des Volkes ausgerufen, das seinesgleichen verfolgt hat und "im Namen des Volkes" verurteilt hat. Das es nicht mehr so ist, ist ein Fortschritt. Aber keiner, auf dem man sich ausruhen kann. Zumal er in Gefahr ist, zurückgedrängt zu werden. Eigentlich müssten sie an der Stelle sich fragen, was schief läuft ist und was man nun Neues beginnen muß. Aber wozu. Das Alte verkauft sich besser, als zu Rios Lebzeiten. Und darum geht es doch bei Musik..."