Datum
20.04.1972Medium
Berliner MorgenpostAusgabe
A 17Seite
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wbrBethanien
Die von der Polizei veröffentlichte Liste von zeitweilig festgenommenen Personen und sichergestellten Gegenständen bei der Durchsuchung des Martha-Maria-Hauses im ehemaligen Bethanien-Komplex liest sich wie das Kompendium einer aufgedeckten Verschwörung. Selbst wenn man in Wahrung der Objektivität einige übertriebene Verdachtsmomente abstreicht, bleibt genug für den Schluß, daß Justiz und Polizei ein Nest des Untergrunds und der Kriminalität ausgehoben haben. Vermutungen und Befürchtungen waren schon des öfteren laut geworden, daß sich in diesem Bethanien-Haus mit Hilfe von Jung- und Altsozialisten aus Senat und Kreuzberger Bezirksamt eine gesellschaftliche Randgruppe niederlassen könnte, die den Wunschvorstellungen nach "Resozialisierung" nur vordergründig nachkommen würde. Dies hat sich nun bestätigt. Was allerdings Frau Senator Reichel nicht an der Behauptung hindert, das "sozialpädagogische Experiment" habe nicht versagt. Die Frage ist: Wieviel kriminelles Handwerkzeug, von Sprengstoff-Utensilien bis zu Abtreibungsbestecken, muß die Polizei noch finden, bis daß SPD-Linksaußen wie Frau Reichel die Fehler ihrer verträumten Sozialpolitik zugeben?





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