Datum
00.00.1975Medium
Wie alles anfing (Buch)Ausgabe
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Bommi BaumannKapitel 7: "Im Knast"
Macht kaputt was euch kaputt macht - Hella wird in die Mangel genommen und packt aus - Volkskrieg mit den einfachsten Mitteln - Gefangenenbefreiung mit einem Taschenspielertrick
In dem Augenblick, wo ich in den Knast komme, kommen noch ein paar andere rein, die werden doch nach ein paarWochen entlassen. Ich bin also der einzige der sitzt, wegen der neun Monate und dann sowieso immer weiter Untersuchungshaft. Außerdem kommt natürlich der Justizapparat in Gang, wie es heute bei allen Leuten der Fall ist. Du kriegst Isolierhaft, du kriegst keinen Besuch mehr. Sie isolieren dich total und fangen an dich zu bearbeiten mit allem möglichen Schwachsinn und versuchen natürlich alle juristischen Tricks, die sie sich überhaupt erlauben können und lassen dich einfach nicht raus, weil sie wissen, sobald du draußen bist, machst du doch weiter. Es tritt genau die Sache in Kraft, die jetzt bei allen politischen Sachen läuft. Das habe ich anderthalb Jahre früher erlebt.
Draußen läuft TW weiter. Bis Herbst '70 ist es immer noch der Versuch, den Blues und die bestehende Gruppe beizubehalten. Die Truppe ist halb legal, halb illegal. Es gibt jeden Tag einen Anschlag, aber alle wissen dann schon am Schluß, wer dazugehört, wer es ist und wer es macht. Sie gehen dann auf den Trip, daß sie sich nicht erwischen lassen, dann kann man ihnen auch nichts beweisen.
Jeder Funkwagen hat die Nummern von ihren Autos und sowie Sie ein Auto sehen, sofort anhalten und die Autos durchsuchen, ob die auch nichts beihaben. Auch den Leuten gelingt es immer wieder, Anschläge zu machen. Da sind so Sachen vorgekommen, daß sie mit dem Auto gestoppt worden sind, die Tür aufgemacht haben und die Bombe einfach unter das Polizeiauto gerollt, sich denn durchsuchen lassen, die Polizeiautos sind weggefahren, sie sind wieder ausgestiegen und haben die Bombe aus dem Straßengraben geholt, und dann irgendwo reingeschmissen. Gerade zu dieser Zeit hatte die Sache noch einmal Hochdruck: Kambodscha-Demonstration, Truppenparade usw.
In der Zeit werde ich irrsinnig hochstilisiert, als einziger politischer Gefangener, angeblicher Chef von TW und der Haschrebellen, sowieso berühmt-berüchtigt in Berlin, schon immer gewesen, schon die ganzen Jahre. überall ist mein Poster, bei jedem Bombenanschlag klebt mein dummes Gesicht an der Wand, Freiheit für Bommi ist in aller Munde. Da gibt es doch dieses Poster: "Befreit Bommi" und darunter steht: "Macht kaputt, was euch kaputt macht".
Die Losung, das ist dann die zentrale Message: "Macht kaputt, was euch kaputt macht!" Das ist immer mit meinem Namen verbunden gewesen, obwohl ich den Spruch nie erfunden habe. Ich weiß auch gar nicht von wem der ist.
Aus dem Knast habe ich Briefe geschrieben, an Leute draußen, die wurden veröffentlicht. Das war dann noch so meine Rolle, die ich spielen konnte.
Dann kam die Sache mit Helga. Helga war eigentlich meine Braut zu der Zeit. Wir waren auch davor immer zusammen.Wir waren so ein Fixerpärchen gleichzeitig. Wir waren zusammen und Hella hat dann bei diesen Geschichten mitgemacht. In dem Augenblick, in dem ich verhaftet worden bin, da hat sie natürlich bei diesen Geschichten mitgemacht. In dem Augenblick, in dem ich verhaftet worden bin, da hat sie natürlich bei diesen Anschlägen mitgemacht und hat immer mein Plakat angeklebt, also "Befreit Bommi". Das war für Hella der Einstieg.
Das Problem war, die Gruppe war eigentlich schon eine schlimme Männersekte, also echt, das waren glatte Frauenunterdrücker, kann man nicht mehr anders sagen. Über diese Problematik tauchte dann das Problem der Verräter auf. Diese ganzen Zärtlichkeitssachen, die innerhalb der Kommunen erlebt worden waren und rausgekommen sind, eine neue Sensibilität, die ist innerhalb dieser Bombenlegertruppe nicht mehr durchgekommen. Die ist einfach abgeschafft worden, ist dann zugunsten von so einem rigiden Aktionismus kaputt gemacht worden. Das haben die Mädels einfach nicht mehr durchgestanden.
Hella war eine ganz normale Arbeiterin. Sie hat in einem Filmkopierwerk gearbeitet. Ist halt auch Irin, das kommt noch mit hinzu. Sie hatte auch die irische Mentalität, klar. Sie hat so 'ne Sachen auch noch gerne gemacht. Wie man heute sieht, ein ganzes Volk fährt darauf ab, sie war ihren Landsleuten ein Jahr voraus, diese rothaarige Irin, ein irrsinnig schönes Mädchen eigentlich. Sie hat gefixt, und es kam noch dazu, daß sie schwanger war von mir und auch noch eine Fehlgeburt hatte. Die Gruppe hat in dieser Zeit nicht mehr die Sensibilität und Zärtlichkeit aufgebracht, eine Frau in dieser Lage zu verstehen. Die Frauen sind eigentlich behandelt worden wie so Sexualobjekte und haben bei den Aktionen einfach mitgemacht. Da wurden sie dann wie ein Mann behandelt, das war die einzige Gleichberechtigung auf dem Gebiet. Sie haben manchmal mehr gemacht wie die ganzen Typen. Sie haben sich echt mehr getraut.
Hella ist zum Beispiel in's Kammergericht reingegangen und hat da eine Stunde drin gewerkelt, hat die Plastiktüten mit Benzin hingelegt in die Archive und hat die Tauchsieder angeschlossen; das ist ja wie eine Zeitzünderbombe so ein Tauchsieder, der nach einer Weile so heiß wird, daß er die Plastiktüten verbrennt und die Benzindämpfe zur Explosion bringt. Das war echt der größte Sachschaden, den wir jemals gemacht haben. Da ist ja fast das ganze Kammergericht abgebrannt, und das hat sie alleine gemacht.
An irgendeiner Stelle haben die Mädchen es nicht mehr überzogen, wo vorne und hinten ist, wer Freund und Feind ist. Hella hat im Krankenhaus gelegen und hatte Gelbsucht, war auf Entzug und weil ja alle wußten, sie gehört dazu, sind plötzlich mal drei politische Staatsanwälte und 'zig Bullen aufgetaucht und haben sie 24Stunden mit Drogen bearbeitet und andere Sachen noch gefixt und haben sie echt weichgekocht, quasi mit Foltermethoden ein volles Geständnis abgeluchst. Da ist sie einfach umgeklappt. An der Stelle stellt sich zum ersten Mal das Problem aller Verräter, daß sie sich einfach durch die Härte und die Unsensibilität der Gruppe am Schluß in einer Ausnahmesituation befinden und sich rausgedrängt fühlen und bei einer Verhaftung nicht mehr wissen, wer Freund und Feind ist, also nicht mehr durchblicken. Vor allem, weil auch ihr Bewußtsein noch nicht so hoch war in dieser Zeit, in der sie daran teilgenommen haben, daß sie einfach aussagten. Das wird immer wieder auftauchen, dieses Problem dieser Art von Verrätern. Es ist auch immer wieder aufgetaucht, bis zum Schluß. Hella hat voll ausgesagt. Sie hat alles erzählt was sie wußte, und das war nicht unbedeutend, das ist ein dreiviertel Jahr gewesen. Annekatrin und Hella haben mich nicht belastet. Ich bin der Einzige gewesen in der Gruppe, der nicht belastet worden ist. Ich hatte einfach ein anderes Verhältnis zu denen, für beide Bräute war ich der Mann ihres Lebens, das ist noch dazu gekommen. Das hat mich davor gerettet. Ich bin als einziger nicht belastet worden, alle anderen sind belastet worden. Im Nu war die ganze Gruppe, die sich bis dahin noch so halb legal, halb illegal gehalten hat, total illegalisiert. Ein paar sind sofort verhaftet worden. Der Blues war zerschlagen.
Damit bekommt die RAF Aufwind, die sich quasi auf unsere Gründung hin formiert hatte, weil sie die Kritik hatte, daß wir totale Spinner wären, eben der Blues, vollkommene Dilettanten und Trottel, die vollkommen unernst die Sache in Angriff nehmen und völlig unpolitische Irrsinnige sind; die kriegt erst ihre volle Bedeutung, als der Blues zerschlagen ist.
Der Staatsapparat richtet sich dann auch voll gegen sie, weil sie von vornherein noch rigider diese Trennung eingeführt haben. Die waren sofort in Neubauwohnungen verschwunden, mit kurzen Haaren und da standen dicke Autos vor der Tür; sie hatten auch sofort das Schießeisen in der Hand. Sie sind die ersten, die die Schußwaffen eingeführt haben.
Wir haben nie mit Schußwaffen operiert, haben nie welche gehabt. Wir haben nur Bomben gelegt oder bei Straßenschlachten Mollies geschmissen. Wir hatten eine andere Taktik. Wir wären langsam zur Waffe gekommen und die haben sie von vornherein eingesetzt.
Also die Baader-Befreiung, die hat natürlich noch die irre Komponente, daß der Mann neben mir im Knast lag, in der Nebenzelle im Krankenhaus von Moabit. Ich war dabei, einen ganz leichten Fluchtweg auszuhecken. Damals waren die Verbindungen im Knast noch total lax, und da konnte man noch irrsinnig viel machen. Baader ist aber nicht auf diese Geschichte eingestiegen und hat sich nach Tegel verlegen lassen. Da haben sie dann diesen Ausbruch anders herum geplant. Bei denen war schon immer das Problem, daß sie gesagt haben, immer ordentliche Aktionen, die zeigen es.
Wir haben immer gesagt, eine Aktion machen, die jeder andere auch machen kann. Die Bomben immer so primitiv machen, daß jeder andere sie machen kann. Auch wenn es uns nicht mehr gibt, daß immer Leute da sind, die diesen Stil fortführen. Die Logistik so vereinfachen, so universell gestalten, daß sie jeder machen kann. Also wenn du einen Dietrich in der Tasche hast, mit dem kannst du Steine aus dem Pflaster holen, mit dem kannst du jede Haustür aufschließen, mit dem kannst du überall verschwinden, mit dem kannst du einen Zigarettenautomaten knacken und ein Auto klauen. Daß du nur noch ein paar universelle Sachen hast und die Erfahrungen weitergibst.
Zum Beispiel die Bombe aus der Drogerie. Das Zeug konntest du überall kaufen. Pattex können sie nicht verbieten. Das ist unmöglich. Sie können ja nicht einen ganzen Industriezweig lahmlegen. Wir haben eben immer Volkskrieg mit den einfachsten Mitteln geführt. Eben Volkskrieg, daß jeder daran teilnehmen kann. Der Vietcong, die haben genauso angefangen, überhaupt alle Leute, die sind ja nicht gleich mit 'nem Flackgeschütz irgendwo erschienen. Alle Partisanengruppen haben sich so gebildet, haben es langsam hochgebracht, und die RAF-Kollegen fangen an und sagen gleich Ruckzuck, sie hatten auch diese Sprachschablonen. Wenn wir eben in dieser Sprechblasen-Sprache sagten: "Pig ist pig, pig muß put", hieß das bei ihnen: "Mal richtig bamm machen".
Es ist irgendwo genau dasselbe, aber auf einer noch abgefahreneren Ebene. Sie haben diesen riesigen Ausbruch gemacht, bei dem noch ein harmloser alter Opa über den Haufen geschossen wurde. Sofort waren alle illegalisiert von ihnen, vorher waren alle legal, bis auf Baader und Ensslin.
Unsere Gruppe war proletarisch bestimmt, die meisten waren Arbeiter, bis auf Georg und drei, vier andere, die waren Studenten. Der Rest waren alles Arbeiter. Auf der anderen Seite die RAF, die nur wenige Arbeiter hatte und vom Kern her eine rein studentische Gruppe war, also eine reine Intellektuellengruppe. Das Problem der Gewalt ist verschieden gehandhabt worden.
Sie haben als erste Schußwaffen eingesetzt in einem irrationalen Moment, wo es echt nicht hingehört. Ein Intellektueller zieht den Moment, wo er Gewalt anwendet aus einer Abstraktion, weil er sagt, ich mache Revolution wegen des Imperialismus oder aus anderen theoretischen Beweggründen. Davon leitet er den Anspruch ab, daß er Gewalt einsetzen kann. Natürlich auch über den Erfahrungsweg der Bewegung, den er mitgemacht hatte, aber doch hauptsächlich aus der abstrakten Situation heraus. Deswegen ist er ja Intellektueller. Das zeichnet ihn aus, daß er erst mal mit dem Kopf Sachen abchecken kann. Wir haben mit der Gewalt von Kindesbeinen an gelebt. Das hat eine materielle Wurzel. Wenn Zahitag ist, der Alte kommt besoffen nach Hause und verprügelt erst mal seine Alte - das sind doch die ganzen Geschichten. In der Schule, da keilst du dich. Sich mit Fäusten durchsetzen, das ist für dich eine ganz normale Sache. Du keilst dich auf der Arbeitsstelle, du keilst dich in Kneipen, du hast ein gesünderes Verhältnis. Für dich ist Gewalt eine ganz spontane Sache, die du ganz leicht abwickeln kannst. Da war auch immer der Sprung zwischen der RAF und uns, in der Entstehung der Gewalt, wo sie herkommt. Als ich im Knast saß, waren die Leute draußen so illegalisiert, daß sie nicht weiter machen konnten. Zum Teil sind sie dann auch verhaftet worden, Georg, Tommy, Weisbecker saßen dann, Zupp, Knoll, Reiche. Alles saß, es waren alle im Knast und haben Prozesse gekriegt. Ich habe in der Zeit, in der ich im Knast saß, immer noch versucht, den Leuten zu sagen, das ist falsch, die Taktik, die ihr da macht. Diese vollkommen sinnlose Bomberei jede Nacht irgendwo, die nicht mehr zu vermitteln war. Ich habe immer noch gesagt, sie sollen einen anderen Weg finden, aber im Knast hast du nicht mehr viel Einfluß. Im Knast selber habe ich mich einfach so verhalten: Du spielst ein bißchen doof, das ist das Beste, dann hast du mehr Freiheiten und kannst dich besser bewegen. Das habe ich zum Schluß rausgekriegt. Ich habe irrsinnig viel gelesen in der Zeit. Ich habe den Leuten, die so in den Zellen um mich rum lagen, auch politische Bücher gegeben. Das sind ja alles normale Kriminelle. Ich habe einfach Knastagitation gemacht. Das ist die einzige Sache, die du überhaupt noch machen kannst. Du versuchst Hungerstreiks zu organisieren. Einmal ist es uns sogar gelungen, in Plötzensee haben 50 Leute dran teilgenommen, drei Tage lang und haben in der Küche die Essenskübel umgeschmissen und randaliert. Es ist niemandem etwas passiert, weil wir es richtig durchgedrückt haben. Als sie dann gesagt haben, hier Rädelsführer, bin ich hingegangen und habe gesagt, ich bin der einzige Rädelsführer. Sollen sie doch zu mir kommen, sollen sie mir doch ein Verfahren anhängen, ich lache eh drüber. Und auf der Stelle haben sie das dann niedergeschlagen.
Alle Namen von denen, die mitgemacht haben, sind in den Zeitungen Extra-Dienst und 883 erschienen, und Leute draußen haben angefangen, sich um die zu kümmern. Es war auch ein Einstieg für die Rote und Schwarze Hilfe zu normalen Gefangenen. An solchen Sachen habe ich im Knast immer teilgenommen. Wir haben auch gesagt, wir wollen hier mehr Lohn haben für unsere Arbeit und alle so 'ne Geschichten.
Ich habe immer darauf geachtet, mich so zu verhalten, daß ich eine Möglichkeit kriege, abzuhauen. Also auch einfach immer mit dem Gedanken an Flucht gespielt, das wäre nachher auch sehr günstig gewesen. Da haben sie mich aber rausgelassen. Ich habe immer gewußt, ich mache weiter wenn ich rauskomme. Ich habe versucht, es abzutarnen, so weit es ging. Wenn du immer weiter den Superradikalen mimst, schneiden sie dir auch die letzten Möglichkeiten ab, dich im Knast noch irgendwie zu bewegen. Ich meine, die anderthalb Jahre kriegst du auch rum. Mich hat eigentlich dieses Elend der Leute um mich herum mehr gestört, weil die nicht mit so einem Bewußtsein drin gesessen haben. Denen ging's viel schlechter, und wenn du die ewigen Selbstmordversuche sahst, oder auch geglückte Selbstmorde, die Knastkoller, wenn jemand neben dir seine Zelle zerhaute, oder diese ganzen Geschichten. Das hat mich mehr mitgenommen als meine eigene Situation. Die habe ich immer noch in den Griff gekriegt. Ich wußte ja, warum ich saß. Das war ja von vornherein eingeplant, das wußtest du ja, daß es dich in irgendeiner Form erwischt. Das mußte dir ja klar sein, wenn du solche Geschichten anfingst. Daß es so schnell geht, das haben wir nicht vorausgesehen, aber daß es irgendwie passieren kann, war klar.
Rausgekommen bin ich '71 im Sommer, da habe ich im Prozeß Haftverschonung gekriegt.
Bei der Gerichtsverhandlung war klar, Georg hatte zehn Jahre offen. Er war so belastet von Hella und Annekatrin, das war Irrsinn. Tommy, der ist vorher eingefahren, der war nicht mehr so stark belastet und ich überhaupt nicht mehr, und uns haben sie rausgelassen.
Haftverschonung haben wir gekriegt in dem Prozeß nach zwei Tagen. In dem Augenblick haben wir uns unten in der Zelle überlegt, wir tauschen die Rollen. Tommy hatte einen langen Bart und Locken und Georg auch, und ich hatte so mittellange Haare und einen kürzeren Bart, und als der Richter nun sagt, hier Weißbecker und Baumann Haftverschonung, sind ich und Georg aufgestanden und rausgegangen und Tommy ist sitzengeblieben und hat immer weiter auf von Rauch gemacht. Wir haben im Gerichtssaal noch ordentlich Chaos angeheizt, sind rumgerannt und haben Leute umarmt und geschrien, und in dem Chaos ist Georg abgehauen.
Unten in der Zelle hat Tommy dann plötzlich gesagt: "Hören Sie mal zu, warum führen sie mich denn hier runter, hier liegt ja ein vollkommenes Mißverständnis vor. Ich bin doch Weißbecker. Ich bin doch entlassen worden. Sie können mich doch hier nicht wieder einsperren. Machen Sie doch mal einen Punkt." Inzwischen waren wir natürlich abgehauen.
Da war wieder ein Mann draußen auf eine ganz leichte Art, durch so einen Taschenspielertrick. Es ist natürlich eine viel bessere Sache, so rauszukommen als durch so ein Revolver-Ding. Da ist viel mehr Witz dahinter, mehr Fantasie spielt da mit.
Anmerkungen
Der Text ist identisch mit dem 7. Kapitel des Buches "Wie alles anfing" von Bommi Baumann, erschienen zuerst 1975 im Trikont-Verlag. Eine weitere Auflage erschien 1991 im Rotbuch Verlag, 1991, ISBN 3880220611.Der Spruch "Macht kaputt, was euch kaputt macht", von dem Bommi Baumann, Mitglied der Bewegung 2. Juni, einer radikalen linken Gruppe, nicht wußte, wo er herkommt, stammt natürlich von dem gleichnamigen Ton Steine Scherben Song. Die Single des Songs erschien im Sommer 1970, wenige Monate später ging Bommi Baumann in den Knast.





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